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Die Familie Brauchli plant den Bau des Ziegeleiquartiers für Gewerbebetriebe und Wohnungen in Berg.

Die Familie Brauchli will ihre grosse Brache in Berg überbauen. Richtprojekt und Gestaltungsplan

Vision von Herzog & de Meuron für die Brauchli Ziegelei in Berg

Bei der Brauchli Ziegelei AG in Berg TG liegt eine grosse Fläche Bauland brach. Ein Masterplan aus dem renommierten Basler Architektenbüro soll der Besitzerfamilie nun Perspektiven aufzeigen.

Das Dorf liegt am östlichen Ausläufer des Ottenbergs, Einfamilienhäuser stehen in langen Reihen, eine vielbefahrene Strasse quert Berg. An dieser Hauptstrasse steht die Brauchli Ziegelei seit 1863. Die 15 Mitarbeiter produzieren heute noch Backsteine, zudem haben sie sich mit Spezialitäten und handgezogenen Ziegeln im Markt eine Nische gesichert. «Wir wollen die lange Tradition unseres Familienunternehmen erhalten und am Standort Berg festhalten. Deshalb planen wir schon für die Zukunft», sagt Geschäftsleiter Andrea Martini. Er ist der Ehemann von Gabriela Brauchli und führt mit ihrer Schwester Silvia die strategischen Geschicke des Betriebs in fünfter Generation. Einen Ausbau des Industriebetriebs in Berg kann sich die Familie nicht vorstellen, und deshalb liegt ihr Bauland von rund drei Hektaren neben der Ziegelei seit Jahrzehnten brach.

Die renommierten Basler Architekten Herzog & de Meuron sollen das nun ändern. «Wir haben dem Architekturbüro den Auftrag für einen Masterplan für das Land der Ziegelei gegeben. Sie sollen uns ihre Vision für das freie Bauland neben dem Werkgelände auszeigen», sagt Martini. «Es ist uns wichtig, dass diese. Vision in Zusammenarbeit aller Beteiligten – der Gemeinde, der Architekten und unserer Ziegelei – entsteht.»

Eine Studie über den Thurgau

Auf der freien Landreserve sollen Wohnungen entstehen. Möglich macht es eine Zonenplanänderung, die von der Gemeindeversammlung im Juni 2009 bewilligt wurde – aus dem Industrieland wurde eine Wohnzone. Vorschläge zur Überbauung des Geländes, die seither an den Familienbetrieb herangetragen wurden, hätten nicht überzeugt. «Durch Florian Hartmann vom ebenfalls beauftragten Architektenteam Bühler Hartmann Zürich bin ich auf die Publikationen des Studios Basel aufmerksam gemacht worden. Sie befallt sich mit dem Thurgau. Das Studio Basel ist ein ETH-Ableger für Architektur, den Jacques Herzog und Pierre de Meuron mitgegründet haben», sagt Martini. Von diesen Studien fasziniert, hat Martini Kontakt zu Herzog & de Meuron aufgenommen und mit dem Ziegelei-Projekt deren Interesse geweckt. «Im Rahmen des ETH-Studios Basel haben wir uns intensiv mit dieser Region der Schweiz auseinandergesetzt und werden die damaligen Erkenntnisse in unsere Arbeit einfliessen lassen», teilen Herzog & de Meuron mit. Speziell der Werkstoff Backstein reize die Basler Architekten. «Es ist ein sehr bewährter Baustoff mit einer grossen Geschichte und einer ebenso grossen Vielfalt an Einsatz- und Gestaltungsmöglichkeiten.» Zudem sei es spannend und bereichernd zugleich, dass sich das Familienunternehmen Brauchli so intensiv mit seiner Tradition und seiner Zukunft beschäftige.

Aus diesen Gründen haben Herzog & de Meuron den Auftrag angenommen und nun eineinhalb Jahre Zeit, ihre Vision für das von der Ziegelei geprägte Gelände von insgesamt rund sieben Hektaren in einem Masterplan aufzuzeigen. Es handelt sich um das erste Projekt des Basler Architektenbüros im Kanton Thurgau.

Wohnungen brauchts im Dorf

Ein Gestaltungsplan für das freie Areal neben der Ziegelei ist Teil des in Auftrag gegebenen Masterplans. Und bei diesem wird auch der Gemeinderat ein Wörtchen mitreden. «Wir sind uns bewusst, dass die Zusammenarbeit mit den renommierten Architekten sicher anspruchsvoll sein wird, aber auch sehr interessant», sagt Max Soller, Gemeindepräsident von Berg. «Der Bedarf an Wohnungen in unserer Gemeinde mit vorwiegen Einfamilienhäusern ist gross.» Das Projekt könne auch einen positiven Effekt auf das Image von Berg haben. «Wir waren schon überrascht, dass ein so renommiertes Büro in unserem Dorf ein Projekt angeht.»

Besonders Beachtung schenken müssen die Basler Architekten dem grossen Hauptgebäude und dem Bürogebäude der Brauchli Ziegelei AG. Beide Bauten sind vom Armt für Denkmalpflege des Kantons Thurgau als wertvoll eingestuft. Vorläufig soll sich an den bestehenden Gebäuden der Ziegelei auch nichts ändern, betont Andrea Martini. «Primär geht es uns um eine Vision für das freie Bauland. Aber sie muss auch dann noch stimmig sein, wenn die Ziegelei eines Tages eingefunden wird.»

Mario Testa, Ostschweiz am Sonntag, 16. August 2015

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