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Die Familie Brauchli plant den Bau des Ziegeleiquartiers für Gewerbebetriebe und Wohnungen in Berg.

Die Familie Brauchli will ihre grosse Brache in Berg überbauen. Richtprojekt und Gestaltungsplan

Wohnen neben der Ziegelei Berg

In der Gemeinde Berg wird an einer ganz besonderen Planung gearbeitet. Im Sommer 2015 konnte die Besitzerfamilie Brauchli, die seit fünf Generationen die Ziegelei am Ort betreibt, das renommierte Architekturbüro Herzog & de Meuron für die Planung ihres Areals gewinnen. Inzwischen liegen die Resultate auf dem Tisch, von den Basler Architekten gemeinsam mit dem Architekturbüro Bühler Hartmann und Vogt Landschaftsarchitekten entwickelt. Es soll mehr als nur ein neues Wohnquartier entstehen. Die Rede ist von einer «gemeinsamen Vision» für Ziegelei und Siedlung mit «regionaler Dimension», weil sie eine Alternative aufzeige: zum auch hier vorherrschenden Bautyp des freistehenden Einfamilienhauses, aber auch zur «willkürlichen Setzung urbaner Typologien auf dem Land».

Seit Jahrzehnten liegt das Bauland neben der Ziegelei Berg brach. Den Industriebetrieb vergrössern mochte die Besitzerfamilie nicht. 2009 ebnete eine Zonenplanänderung den Weg zu einer Wohnnutzung der rund sieben Hektaren. Die ‹Vision› der renommierten Planer sollte noch offenlassen, was in und mit den Ziegeleigebäuden passieren wird, dem grossen Hauptgebäude und dem Bürogebäude, beide von der Denkmalpflege als wertvoll eingestuft. Sie sind das inoffizielle Wahrzeichen der Gemeinde Berg mit ihren 3300 Einwohnern.

Nachdem die Baulandreserven im Innern des Dorfes überplant seien, so die Planer, sei die Besiedelung nach Norden zur offenen Kulturlandschaft ein logischer Entwicklungsschritt. Im Zentrum steht für sie die Frage, wie man dem Anspruch nach reduziertem Flächenverbrauch gerecht werden und wie verdichtetes Bauen im ländlichen Raum aussehen kann. In der Konsequenz beschränken sie sich auf das ehemalige Industrieareal und die Lehmgrube und schaffen ein markantes Bild: Ausgehend von der Ziegelei umrahmen geplante Wohnriegel einen fast quadratischen, gros sen Aussenraum. In der Mitte die alte, mit Wasser gefüllte Tongrube. An deren Rand liegen die privaten Gärten der Bewohner; weitere ‹Mietergärten› finden sich ausserhalb des Gevierts, jenseits der Erschliessungsstrasse. Zusammen mit dem angrenzenden Schutzgebiet könnte ein Landschaftspark entstehen.

Mit einer Ausnutzungsziffer von 0,7 (0,43 bei einer Einfamilienhausüberbauung) würde deutlich weniger Fläche verbraucht. 150 sehr unterschiedliche Wohnungen sollen für Durchmischung sorgen, vom Reihenhaus mit Dachgarten bis zur seniorentauglichen Kleinwohnung. Die langen Riegel bilden eine klare Grenze zur offenen Landschaft, Gassen sorgen für Durchlässigkeit. In die dicken, zwei- bis dreigeschossigen Baukörper schneiden regelmässig tiefe Höfe ein. Durch sie springt das Volumen vor und zurück, überspannt von einer kräftigen Dachplatte, in die grosse Hoföffnungen eingeschnitten sind. Häuschen mit Satteldach stehen darauf. Das einheitliche Baumaterial Ziegel soll den Zusammenhalt des Karrees stärken. Sollte diese ‹Vision› so gebaut werden, wird sie sicher zum zentralen Ort des Dorfes.

Axel Simon, Themenheft von Hochparterre, Juni 2016

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